| Datum | 01.11.2023 |
| Publikationstyp | Artikel & Beiträge |
| Verlag | Hochparterre |
| Herausgeber | Hochparterre |
| Text | Andres Herzog |
| Fotografie | Ralph Feiner |
Im Foyer der neuen Doppelturnhalle der Kantonsschulen Freudenberg und Enge in Zürich flimmert dort, wo früher gedruckte Stundenpläne hingen, ein grosser Bildschirm. Das moderne Gerät zeigt, dass die Bauherrschaft selbst bei einem provisorischen Gebäude an ihren hohen Ansprüchen festhält. Die öffentliche Hand will schliesslich mit gutem Beispiel vorangehen. Aber wie viel ist genug?
Die Turnhallen basieren auf einem Bausystem, das Pool Architekten für den Kanton Zürich entwickelt haben. Dieser baute Varianten des Gebäudes an vier Standorten, einer davon ist die Schulhausanlage Freudenberg. Später bestellte auch die Stadt eine Version, die die Architekten auf das Schulraummodul ‹Züri Modular› abstimmten. In ihr ist mittlerweile eine ganze Generation unterrichtet worden. Die Turnhallen sind auf eine Mehrfachnutzung ausgelegt, die Konstruktion lässt sich auseinandernehmen und einlagern, um später anderswo wieder aufgebaut zu werden. Die Tragstruktur basiert auf Elementen, die in der Turnhalle sichtbar miteinander verbunden sind. Bäder und Duschen sind als Module aufgebaut. Die Wiederverwendung verteuert das Provisorium, dafür hat die Konstruktion eine längere Lebensdauer: Sie ist auf 30 Jahre ausgelegt und kann drei Mal montiert werden.

