MFH, Südhang, Betonminimierung, Holzkonstruktion, Re-use von Betonplatten des Bestands
Projektwettbewerb im offenen Verfahren 2024
Steinligsstrasse 30
8303 Bassersdorf
Das Gebäude wird über ein halbprivates Wegnetz erreicht und tritt als grosse, mit der Landschaft verbundene Halle und leichter Überbau auf. Als offener, überdachter Aussenraum öffnet sich die Halle im Erdgeschoss in Richtung Garten. Neben der eigentlichen Funktion als Einstellraum kann diese als ein gemeinschaftlicher, multifunktionaler Raum genutzt werden. Sie wird von einer starken, raum- und identitätsbildenden Struktur mit Stützen und Unterzügen geprägt. Keller- und Technikräume sind minimal gehalten. Bei den drei darüberliegenden und unterschiedlich in Erscheinung tretenden Wohngeschossen kommen nachhaltige Baustoffe zum Einsatz. Holzstützen und -unterzüge bilden gemeinsam mit der Vollholzdecke das statische System. Diagonalblicke und Aussenraumbezüge führen zu einer Grosszügigkeit in den Wohnungen. Alle Wohnungen sind mehrseitig belichtet und gegen Süden hin orientiert. Der Wohnraum lässt sich jeweils durch anliegende Zimmer erweitern. Das Pfarrbüro und die Pfarrer:innenwohnung sind direkt im Erdgeschoss über den fussläufigen Zugang im Norden erschlossen.
Der Aussenraum wird gemeinschaftlich genutzt. Ein Gemeinschaftsgarten mit Sitzplatz liegt im Süden der Parzelle. Weitere Bepflanzungen zu den bestehenden Bäumen ermöglichen ein optimales Verhältnis zwischen Besonnung und Beschattung. Die Umgebung ist komplett entsiegelt und von weiteren Nutzungen befreit. Das Dachwasser versickert dezentral in die Umgebung. Nebst der Betonminimierung weist die Wiederverwendung von Abbruchmaterial aus dem Bestand einen weiteren Beitrag zur CO2-Reduktion auf. Die Energieerzeugung erfolgt mittels Wärmepumpe unter Mitwirkung von Photovoltaik auf dem Dach. Eine konsequente Systemtrennung, der Low-Tech-Ansatz mit einfacher Fensterlüftung und die ressourcenschonende Materialwahl ermöglichen ein zeitgemässes, zukunftsgerichtetes und recyclingfähiges Gebäude.