Pestalozzi-Anlage
Projektwettbewerb 2007
8001 Zürich
Die Kreislinien zu Füssen des Pestalozzidenkmals werden übertragen auf die Bewegung der Menschen, die auf der Bahnhofstrasse und in ihrem Umfeld zirkulieren. Ein Kreis allein als Gehbewegung ist kurzgeschlossen, psychologisch trist. Die skizzierten Kreislinien brechen dieses Abgeschlossene auf. Es gibt Kreuzungen und lose Enden, die vom Platz in die umliegenden Gassen und Strassen hinausgreifen. Das Zentrifugale der Zeichenbewegung ist eine treibende Kraft: die Wegverläufe der Gehenden werden beeinflusst und in ihrer Dynamik akzentuiert. Die Linien überschneiden sich: wo Wege sich kreuzen, entstehen Treffpunkte, andererseits können die Gehenden sich verpassen, aneinander vorbeigehen, auseinanderlaufen. Sich sehr nahe sein und sich dann doch nicht begegnen, gesehen aus der Vogelperspektive: Dieses Bild ist uns vertraut vom Blick aus dem Fenster, aus Fotos oder Filmszenen. Menschen gehen aufeinander zu, aneinander vorbei, auseinander, ohne sich zu sehen. Es ist eine Metapher für das Urbane.
Die bereits vorhandene leichte Wölbung des Platzes wird verstärkt. Neue Perspektiven entstehen. Obwohl der ganze Platz frei erscheint, sind die Menschen nicht immer in ihrer ganzen Körpergrösse sichtbar. Die Topografie ermöglicht eine Ahnung von Vorder- und Hintergrund. Sie wird im Anstieg physisch erfahrbar, oben angekommen weitet sich der Rundblick. Während sich die Wölbung im Gehen erschliesst, legen sich die offenen Kreislinien auf sie wie eine schützende Hand auf eine Schulter oder einen Hinterkopf – Pestalozzis Hand? –, ohne zu erdrücken, eher im Sinne einer die im Ort angelegten Qualitäten hervorhebenden Prägung.