Ideenwettbewerb 2012
in ARGE mit brügger architekten
3646 Spiez
Im Kanderdelta trifft die herbe, wilde Natur einer Flussauen- und Uferlandschaft auf eine archaische Industrieanlage mit Kiesabbau und -Verarbeitung. Nicht zuletzt dank der einzigartigen Aussicht auf See und Berner Alpen finden sich diese Gegensätze zu einer Symbiose von unerwarteter Stimmigkeit. Ziel des Entwurfes ist es, durch die kontinuierliche Transformation der Industrielandschaft den Geist des Ortes zu bewahren und etwas Neues zu erschaffen, das mehr ist als nur eine Wohnsiedlung.
Wohnen am Wasser – mit Aussicht auf die Berge! Die Einzigartigkeit des Ortes mit dem starken Bezug zu See und Bergen ist Ausgangspunkt des Bebauungskonzepts. Die Geometrie der industriellen Vergangenheit wird mittels einfacher Erweiterungen der alten Hafenkanäle zum Gerüst einer Wasserlandschaft. Das Schiff neben der Haustür wird zur prägenden Eigenschaft des Wohnens im Chandergrien.
Kernstück der Bebauung ist ein Wohnquartier, das sich wie eine Halbinsel in das erweiterte Hafenbecken zu schieben scheint. Zwischen den Kanälen liegen, im Schnitt an vertäute Lastkähne erinnernd, die tankartigen Untergeschosse, die an ihren Längskanten Hauszeilen tragen und dazwischen Platz für grosszügige Wohn- und Erschliessungshöfe lassen.
Die Kiesgrube im Norden wird abgeschirmt durch Langbauten mit starker Südausrichtung. Sie säumen die neue Zufahrt und den bestehenden Quai, der in einem neuen, für Passagierschiffe eingerichteten Pier endet. Das südliche Pendant der Hauszeile im Norden steht auf Pilotis, den Blick vom Wohnquartier auf die Seewiese öffnend. Diese wird als kommunales Zentrum für Sport und Begegnung aufgewertet. Eine parkartige Grünzone setzt den Grüngürtel gegen Westen fort. Der Neubau und die Verdichtung der heutigen Gewerbegebiete am Weekendweg sind späteren Ausbauetappen vorbehalten.