Bahnhof Löwenstrasse
Konzeptstudie 2002
In dieser fast ausschliesslich von Kunstlicht erhellten unterirdischen Raumlandschaft bilden die Welten des Kaufens und des Reisens eine enge Symbiose - mit der latenten Gefahr der Vermischung, der Unübersicht- lichkeit, des Labyrinthischen.
Das Projekt versucht, den unterschiedlichen Funktionen folgend verschiedene Raumtypen zu schaffen und in der Materialisierung entsprechend auszudifferenzieren. Übersichtlichkeit soll nicht nur entstehen durch die Direktheit der Erschliessung oder die Transparenz der Raumabfolgen, sondern auch durch das Charakteristische der in Übereinstimmung mit ihren Nutzungen ausgelegten Räume.
Seiner Bedeutung entsprechend wird der Durchgangsbahnhof als grossräumig gegliederte Halle konzipiert. Deren zweigeschossige Teile beidseits der Sihl werden von den Umsteigeebenen brückenartig traversiert. Indem sie sich fortbewegen - auf dem Perron, den Traversen, den Treppen -, erfahren die Passanten den Raum. Die Bahnhofhalle dient ausschliesslich dem Verkehr und den Kundendiensten der SBB. Ihr oberes Stockwerk ist gliederndes Element des Ladengeschosses.
Die neuen Passagen Sihlquai und Gessnerallee - gleichzeitig Umsteigeebenen - sind als Ladenstrassen gestaltet. In einer ergänzenden, windmühlenartig gegliederten Mall befindet sich nebst weiteren Läden ein Gastrobereich.
In der Warenwelt der Passagen und der Mall eine Ambiance der eleganten Künstlichkeit: farbig getönte Scheiben mit dunklen Metallrahmen, helle Böden, heruntergehängte Decken mit Punktleuchten.
Die Bahnhofhalle: direkt! Die rohe Betondecke lediglich gestrichen, die Untersicht der Zwischendecken bei den Aufgängen als wegweisende Leuchtdecken, an den Wänden - über die ganze Höhe - vorgefertigte, profilierte Elemente (Akustikmassnahmen!): ein robuster Raum, der Signale, Bahntechnik, Züge, Staub und nicht zuletzt Werbung verträgt.