ETH Maschinenlabor und Heizkraftwerk
0258

Gesamtsanierung Labor- und Schulgebäude

Studienauftrag 2010
bis 2012 Entwurf und Koordination Planung bis Vorprojekt

Sonneggstrasse/Tannenstrasse 
8006 Zürich

Der Komplex ML/FHK des Architekten Otto Rudolf Salvisberg ist ein wichtiger Zeuge der sogenannten „anderen Moderne“, einer Haltung in der modernen Architektur, die bewusst traditionelles Raum- und Strukturdenken mit den Erkenntnissen moderner Bautechnik verbindet. Die architektonische Herausforderung bei der Gesamtsanierung besteht darin, den heterogenen Gebäudekomplex mit seinem raffinierten räumlichen Zusammenspiel von hochtechnischen Einrichtungen mit schulischen und repräsentativen Nutzungen einer neuen inneren Logik zuzuführen.

Der Wegfall der Wärmeproduktion als Hauptfunktion des FHK führt das Gebäude in den Zustand des Rohbaues zurück: eine leere Halle von erhabener Grösse. Die neuen Geschosseinbauten sollen analog den ursprünglichen Kesseln, einen Abstand zur Fassade halten um den wohlproportionierten Raum als Einheit weiterhin erlebbar zu machen. Das FHK wird vom Kraftwerk zum Lehrgebäude umgewandelt.

Analog zum Lichthof der Universität als „Marktplatz des Wissens“, kann die ML-Halle als ein öffentlicher Raum gelesen werden. Die Bandbreite der künftigen Nutzung soll gross gehalten werden. Sie kann dabei am besten mit „Allmend für Forschung und Lehre“ bezeichnet werden. Wichtige Voraussetzungen hierfür sind die Wiederherstellung des Glasbausteindaches, ein grosszügiger Zugang und Anbindung an das ETH- Zentrum und eine Verdichtung der Seitenflügel als eigenständige Raumteile mit ergänzenden Nutzungen.

Für ein modernes Lehrgebäude ist ein räumlicher und funktionaler Zusammenhang wichtig. Eine durchgehende Erschliessung auf der Ebene F soll die heute autonomen und separat erschlossenen Gebäude zusammenführen, die Wege kurz halten und Begegnungen ermöglichen. Neben einem Aufbau auf dem FHK bietet der doppelgeschossige Aufbau ML-Nord als Ersatz eines Garderobengebäudes ergänzende Büroarbeitsplätze an.