Wohnhochhaus Freihofstrasse, Zürich

Zürich

Machbarkeitsstudie 2020
Ausführung: voraussichtlich 2023 – 2026

Umbau bestehende Shedhallen zur Verkaufsfläche, Erweiterung zu einem Wohnhochhaus mit 26 Geschossen und 149 Wohnungen, Umnutzung bestehende Oberlichthalle zur Stadtloggia

Freihofstrasse 25
8048 Zürich

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Zwischen Hardstrasse und Bahnhof Altstetten erstreckt sich ein Gebiet mit einer selbst für die Stadt Zürich aussergewöhnlichen Entwicklungsdynamik. Die drei Ausfallachsen Badener-, Basler- und Hohlstrasse prägen ein weitmaschig gestricktes Netz von heterogen bebauten Strassengevierten. Während die uralte Badenerstrasse seit geraumer Zeit durch das Schliessen und Erhöhen der Strassenfluchten verdichtet wird, entstanden entlang der Hohlstrasse bzw. dem Gleisfeld viele neue Wohnhochhäuser. An der vergleichsweise jungen Baslerstrasse liegen grosse Gebäudekomplexe wie die VBZ-Werkstätten, das Stadion Letzigrund, der Schlachthof oder das Einkaufszentrum Letzipark. Doch auch entlang dieser künftigen wichtigen Velo-Achse werden die Hochhäuser zu eigentlichen Landmarks, seien es die bereits angejahrten Hardautürme oder der Neubau «Basilisk» beim Letzipark. In diese Linie reiht sich das geplante Hochhaus an der markanten Kreuzung von Baslerstrasse und Freihofstrasse ein. Es ist Teil eines Projektes, das die Symbiose von Bestand und Neubau sucht.

An der Strassenkreuzung liegt ein auf die Baslerstrasse ausgerichteter, baumbestandener öffentlicher Platz mit einem nutzungsoffenen gedeckten Bereich. Diese Stadtloggia, die als Bautyp auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken kann, entsteht unter der filigranen Betonstruktur des ehemaligen Ausstellungs- und Montageraums der Fiat-Garage. Überragt wird dieser allseits geöffnete Oberlichtraum von einem gegen 80 Meter hohen Wohnhochhaus mit 26 Geschossen. Dieser Neubau markiert seinen Hauptzugang mit einer repräsentativen, doppelgeschossigen Arkade. Seine Adresse an der Freihofstrasse teilt er mit der Filiale eines Grossverteilers, welche die lichtdurchflutete Shedhalle der Fiat-Garage weiternutzt. Diese Halle erhält einen seitlichen Anbau mit Garageneinfahrt und Anlieferung sowie an der Freihofstrasse ein neues, offenes Gesicht. Mit dem propagierten Wohnhochhaus werden Erhalt und Wiederverwendung einer bemerkenswerten eingeschossigen Struktur ermöglicht. Von den Eingangsräumen des Wohnhochhauses abgesehen dient das ganze Erdgeschoss mit seinen Läden und Dienstleistern dem gesamten Quartier. Das 1. Obergeschoss ist der Hausgemeinschaft der Bewohnerinnen und Bewohner vorbehalten. Nebst einem unterteilbaren Gemeinschaftsraum samt Dachgarten sind Ateliers und ein Co-Working-Bereich vorgesehen. Hauptmerkmale der Freiraumgestaltung sind die Baldachine aus Baumkronen, ein hoher Anteil an bepflanzten oder durchlässigen Böden sowie eine als Gestaltungselement inszenierte Retention von Meteorwasser. Ein Mobilitätskonzept erlaubt eine markante Reduktion der Parkplatzzahl.

Den Abklärungen zu Nachhaltigkeitsfragen folgend, doch auch inspiriert von der Struktur des Bestandes, wird für das Wohnhochhaus eine filigrane, ressourcenschonende Betonstruktur mit einer Leichtbaufassade vorgeschlagen. Kleine Spannweiten ermöglichen dünne Decken. Kern, Stützen und Unterzüge gliedern und formen die Innenräume der Wohneinheiten. Ein hoher Vorfertigungsgrad von Struktur und Ausbau sowie eine strikte Systemtrennung sind ebenso kennzeichnend für das interdisziplinär erarbeitete Projekt wie die sparsamen Konzepte für die Haustechnik, die Küchen- oder die Sanitärausstattung. Die Fassaden des Hochhauses werden geprägt von Fensterbändern mit hellen Metallrahmen, textilen Sonnenstoren bzw. Rollladen sowie Glasbrüstungen mit integrierter Photovoltaik. Die helle Anmutung der Brüstungen wird erreicht mit einer entsprechenden Beschichtung der Gläser. Für den Umbau des Bestandes wird eine der gewerblichen Vergangenheit entsprechende, pragmatische und ressourcenschonende Herangehensweise propagiert.

Bauherrschaft: HIAG Immobilien Schweiz
Projektsteuerung Bauherr: Righetti Partner Group
Baumanagement bis Phase 33: Takt Baumanagement
Landschaftsarchitektur: Studio Vulkan
Bauingenieure: Schnetzer Puskas Ingenieure
HLKS: EBP Schweiz
Elektro: TGA SOLUTIONS
Bauphysik/Nachhaltigkeit: Durable Planung & Beratung
Brandschutzplanung: Makiol Wiederkehr
Fassadenplanung: NM Fassadentechnik
PV-Planung: Plan-E AG
Verkehrsplanung: IBV Hüsler
Visualisierung: studio maleta

Situation Situation
Nutzungsschema Nutzungsschema
Längsschnitt Längsschnitt
Ansicht Ansicht
Erdgeschoss Erdgeschoss
Regelgeschoss Wohnhochhaus Regelgeschoss Wohnhochhaus
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