Chance Uetikon, Uetikon am See

Studienauftrag 2017-2018
Begleitung Masterplan 2018-2019
Machbarkeitsstudie Kantonsschule 2018-2019
Machbarkeitsstudie Berufsschule 2019-2020

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Charakteristisch für die Chemische Fabrik Uetikon (CU-Areal) wie für viele andere Industriegebiete ist die periphere Lage ausserhalb der historisch gewachsenen Siedlung. Sicherheitsüberlegungen, die optimale Anbindung an Transportwege sowie produktionsbedingte Emissionen machten die Ausbildung einer isolierten „verbotenen Stadt“ am Rande des Gemeindegebietes notwendig. Viele dieser Areale wurden in den letzten Jahrzehnten mehrfach erweitert und umgebaut und haben sich nach und nach zu einer heterogenen Ansammlung von Nutzungen und Bautypen gewandelt. Nicht so in Uetikon, wo wir immer noch eine kompakte, gut strukturierte und stilistisch nahezu einheitliche Anlage antreffen. Dies ist eine grosse Chance für die angedachte Entwicklung; einerseits um auf der vorgefundenen, unverwechselbaren Identität aufbauend, ein charaktervolles Quartier zu schaffen, andererseits um einen über die Gemeindegrenze hinauswirkenden Bezugsort am See entstehen zu lassen. Der Impuls der durch die Ansiedlung eines neuen kantonalen Schulstandortes in der Gemeinde entsteht soll dazu qualitätsvoll genutzt werden.

5 Thesen zur Entwicklungsstrategie

1. Das CU-Areal
Das Areal besitzt ein grosses Potential als Identitätsträger für Uetikon und die Region. Die Homogenität der Anlage soll deshalb fortgeschrieben und sowohl vom See wie vom Hang her verstärkt als Einheit spürbar gemacht werden. Ausgezeichnete Orte, wie ein Platz am Kopf mit einem von weitem sichtbaren Merkpunkt als Auftakt bietet sich als zusätzliche Möglichkeit an. Der Streckenabschnitt entlang der Seestrasse gilt es als Adresse auszubilden und aufzuwerten. Es ist eine über das Entwicklungsgebiet hinaus reichende Anbindung an die Siedlung anzudenken, die mit einer sich in das Areal hinein erstreckenden Abfolge von Räumen unterschiedlicher Öffentlichkeitsgrade vernetzt ist.

2. Der Bestand als Ressource
Die Geschichte des CU-Areals ist seine grösste Ressource für eine identitätsstiftende Entwicklung. Mit Erhalt und Weiterentwicklung der bestehenden industriellen Bauten ensteht eine ortsspezifische historische Tiefe, die postindustriellen Charme mit neuen Architekturen verbindet und eine einmalige Adressbildung innerhalb des Areals ermöglicht.

3. Landschaft & Umgebung
Die Topographie wird als spezifisches Merkmal identifiziert. Für die arealinterne Orientierung sind die Querbeziehungen zwischen See und hangseitigem Grünraum wichtig. Diese sollen für Durchblicke und Bewegungsräume geöffnet sowie über Seestrasse und Eisenbahn hinausgedacht werden, damit ein Bezug zum vorhandenen Naherholungsraum geschaffen werden kann.
Die Einzigartigkeit des Ortes zeigt sich insbesondere auch in der Gestaltung und Hierarchisierung der Bewegungs- und Aufenthaltsräume auf dem Areal. Öffentliche Plätze als Trittsteine und Raumfolgen setzen Enge, Weite und Materialität als dramaturgische Mittel ein und stellen einen Bezug zur Geschichte her. Die Uferkannte erhält dabei als Uetikons Seeanstoss mit öffentlichen Badezugängen, einem Bootssteg sowie einer beidseitig guten Anbindung an den Züriseeweg eine besondere Bedeutung.

4. Mobilität & Verkehr
Neben der Fusswegvernetzung bietet die Nähe zum Bahnhof eine gute Ausgangslage für die Anbindung der Schule. Diese prägt auch das Potential des Areals für weitere Nutzungen. Gleichzeitig hat das Bahntrassee eine trennende Wirkung und der Weg zum Bahnhof ist heute mit grossen Umwegen verbunden. Im Mobilitätskonzept gilt es dies zu verbessern und innerhalb des Areals auf Fuss- und Veloverkehr sowie innovative Mobilitätsdienstleitungen zu setzen. Das Nadelöhr der bestehenden Unterführung gilt es geschickt zu nutzen und aufzuwerten. Die Bedürfnisse der Anlieferung und der MIV- Erschliessung sind verträglich mit dem öffentlichem Raum abzustimmen.

5. Nutzung & Dichte
Es ist wichtig, dass ein Gleichgewicht zwischen öffentlichen und privaten Nutzungen gefunden wird und dass zur Schaffung von Synergien die Teilbereiche verbunden und verzahnt werden. Dichte und Nutzungsmischung müssen in einem sinnvollen und nachfragegerechten Verhältnis stehen. Die exzellente Lage muss adäquat bespielt werden, sodass deren Qualitäten unter Wahrung des öffentlichen Interesses am Seezugang und eines vielfältigen Nutzungsangebots für die gesamte Bevölkerung wirtschaftlich angemessen umgesetzt werden können.

Projektteam Testplanung
Auftraggeber: ARE Kanton Zürich
Städtebau/Architektur: pool Architekten
Landschaftarchitektur: Westpol
Immobilienökonomie: Wüest Partner
Verkehrsplanung: Basler & Hofmann
Sozialraum/Nutzung: archipel
Fotograf: Matthias Vollmer

Schwarzplan Schwarzplan
5 Thesen 5 Thesen
Historisches Uetikon 1922 Historisches Uetikon 1922
Kantonsschule Kantonsschule
Schnitt Kantonsschule Schnitt Kantonsschule
Referenz Passerelle Referenz Passerelle
Schnitt Passerelle Schnitt Passerelle
Seeterrasse mit Bestand Seeterrasse mit Bestand
Öffentliche Nutzung mit Neubau Öffentliche Nutzung mit Neubau
Schema Grüner Rücken Schema Grüner Rücken
Schema Lebendige Mitte Schema Lebendige Mitte
Schema Uferzone Schema Uferzone