ZHAW
Haus-Adeline-Favre, Winterthur

Winterthur

Wettbewerb 2013, 1. Preis
Ausführung 2017-2020
Fachhochschule
Departement Gesundheit

Katharina-Sulzer-Platz 9
8400 Winterthur

 

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Der Katharina-Sulzer-Platz war das Zentrum der Giessereien und damit des Sulzer-Areals überhaupt. Der Platz ist vom industriellen Charakter der Fabrikgebäude aus gelbgebrannten Backsteinen und durch die umlaufende Kranbahn geprägt. Die Fassaden mit der Kolossalordnung und die Kranbahn verleihen dem Platz eine eindrückliche Monumentalität. Die neue Fachhochschule für Gesundheit der ZHAW wird auf dem Fussabdruck der ehemaligen Halle 52 erstellt. Der Neubau akzentuiert durch sein überhohes Volumen die charakteristische Grossform und das historische Erscheinungsbild des Ensembles. Die Kranbahn, die dem Platz die ausgeprägte längsgerichtete Dimension verleiht, wurde vor dem Abbruch fachgerecht demontiert, auf dem Baugelände gelagert und nach der Fertigstellung der Fassade wieder im Originalzustand montiert. 

Obwohl das Gebäude an einem Platz steht, verfügt die Schule nicht über einen eigenen Aussenraum. Dies wurde im Innern mit einem Atrium kompensiert. Ein Ring aus umlaufenden Galerien begrenzt das Atrium und bildet mit seiner gitterartig strukturierten Innenfassade ein Pendant zur monumentalen Fassade im Aussenraum. V-förmige Träger mit Oberlichtern überspannen das Atrium. Im Innenhof sind Hörsäle und Praxisräume versetzt gestapelt. Dadurch entstehen grosszügige Plätze und Terrassen, die als Foyer und Begegnungszonen sowie als Arbeits- und Lernbereiche genutzt werden. Die versetzte Stapelung gliedert den Innenhof in unterschiedliche Bereiche und macht, im Zusammenspiel mit den Treppen, den Innenraum mit seinen vielfältigen Raumbezügen erlebbar. Das Atrium ist wie ein gedeckter Aussenraum gestaltet. Die Plätze und Terrassen erhalten mit grossen Kandelabern identitätsstiftende Lichtkörper, das Outdoor Mobiliar unterstützt den Aussenraum-Charakter. Die umlaufenden Galerien werden über den Innenhof belichtet. 

Betritt man das Haus vom Katharina-Sulzer-Platz her eröffnet sich eine Durchsicht hinauf bis zum Himmel. Die Sicht von unten auf die gestapelten Volumen in Sichtbeton zeigt ein abstraktes mehrdimensionales Muster. Auf jedem Stockwerk des Atriums weist der Bodenbelag einen anderen erdfarbenen Farbton auf. Bewegt man sich aufwärts, werden die verschiedenen Farben sichtbar. Blickt man nach unten, ergibt das Zusammenspiel der Farbflächen ein abstraktes Bild. Die nichttragenden Wände der Galerie bestehen aus gelbem Kalksandstein. Wie die Aussenfassade mit ihrem gelben Mauerwerk aus Klinker verweist auch das Mauerwerk der umlaufenden Galerien auf die industrielle Vergangenheit des Ortes. Die Farbgebung dient der Orientierung und schafft eine lernfreundliche Atmosphäre. 

Mit dem Neubau des Hauses Adeline-Favre entsteht eine Ausbildungsstätte für rund 1'600 angehende PflegerInnen, Hebammen, Ergo- und PhysiotherapeutInnen.

 

Bauherr: Siska Immobilien AG
Bauherrenvertretung: ProjektBeweger GmbH
Mieter: Kanton Zürich
Nutzer: ZHAW Departement Gesundheit
Totalunternehmer: Implenia Schweiz AG
Planungsleitung: Freiraum Baumanagement AG
Bauingenieure: dsp Ingenieure AG
Haustechnik: Kalt+Halbeisen AG
Elektoringenieur: enerpeak
Bauphysik: BWS Bauphysik AG
Brandschutz: AFC Air Flow Consulting
Raumakustik: applied acoustics GmbH
Lichtplanung: Reflexion
Beratung Farbgestaltung: Chalet5
Visualisierung: Atelier Brunecky

Situation Situation
Ansicht Fassade Ansicht Fassade
Frontfassade Frontfassade
Grundriss Erdgeschoss Grundriss Erdgeschoss
Grundriss 2. Obergeschoss Grundriss 2. Obergeschoss
Grundriss 4. Obergeschoss Grundriss 4. Obergeschoss
Längsschnitt Längsschnitt
Querschnitt Querschnitt