KVA Werkhof Scheidegg, Winterthur

Wettbewerb 2010, 1. Rang
Ausführung 2014
Kunst am Bau (Kehrichtverbrennungsanlage)

Scheideggstrasse 50
8404 Winterthur

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Der Baukörper der Kehrichtverbrennungsanlage Winterthur, ein städtebaulicher Koloss, erhebt sich aus der Unterwelt. "Kerberos" ist der Hüter des Tores. Was immer in den von ihm beherrschten Bereich gerät, riskiert verschlungen zu werden. Das alles verzehrende Feuer bleibt unsichtbar, die Kraft des "Kerberos" aber manifestiert sich am Übergang, wo ein rostiges Metallgitter die Anlage von der Aussenwelt trennt. "Kerberos" als Kunst am Bau der Verbrennungsanlage entstand aus der Zusammenarbeit der Künstlerin Katja Schenker mit pool Architekten und den Landschaftsarchitekten des Studio Vulkan. 

Wie die textile Bordüre ein schlichtes Kleid veredelt, umsäumt "Kerberos" den riesigen Komplex: Bewehrungsmatten, ein so archaisches wie pragmatisches Material, bilden das rigide, doch auch fragil anmutende Gitter. Der Zaun wurde in einem elaborierten Deformationsprozess in Blechfalzmaschinen und schliesslich vor Ort von einem Bagger zu einem dreidimensionalen Gebilde transformiert.

Durch die Krafteinwirkung wirkt das ursprünglich profane Werkmaterial fast filigran, erstaunlich leicht und elegant. Für den Passanten zum Bahnhof, dessen Weg sich dicht an ihm entlang bewegt, wird der Zaun zu einem skulpturalen Gegenüber, das ihn zuweilen umspielt, einhüllt, sich ihm entgegen wölbt und vor dem Hintergrund der Werkhof-Fassade nochmals ganz anders, fast ornamental in Erscheinung tritt.

Bauherrschaft: Stadt Winterthur
Kunst: Katja Schenker
Landschaftsarchitekt: Studio Vulkan Landschaftsarchitektur
Bauingenieure: Dr. Deuring + Oehninger AG
Fotos: Daniela Valentini