Geschichte

pool formierte sich 1994 als Diskussions­plattform mit Workshops und Debatten
über Architektur und Städtebau. 1996 nahm die praktische Tätigkeit als Architektenge­meinschaft ihren Anfang und führte 1998 zur Gründung der Architekten-Genossenschaft mit den acht gleichberechtigten Partnern Dieter Bachmann, Raphael Frei, Mathias Heinz, Philipp Hirtler, David Leuthold, Andreas Sonderegger, Mischa Spoerri und Matthias Stocker.

Organisation

Büro- und Arbeitsform werden bei pool bereits als Projekt, als work in progress verstanden: der Versuch, einem sich ständig verändernden Berufsbild mit einer adäquaten Organisationsform zu entsprechen. Die Projektarbeit erfolgt in schlanken Teams mit je einem projektverantwortlichen Partner.

Die Qualitätssicherung ist gewährleistet durch periodische interne Prüfung der architektoni­schen und gestalterischen Konzepte in allen Projekt- und Ausführungsphasen.

Partner

  • Dieter Bachmann
    dipl. Architekt HTL/BSA
    d.bachmann@poolarch.ch
    Dieter Bachmann
    2010-2012 Gastdozent an der ETH Zürich
    2006 Aufnahme in den Bund Schweizer Architekten (BSA)
    seit 1998 Partner pool Architekten, Zürich
    1996-1998 Selbständige Tätigkeit und Koch
    1990-1996 Mitarbeit bei Gigon & Guyer, Zürich
    1989-1990 Selbständige Tätigkeit
    1989 Diplom HTL
    1985-1989 Architekturstudium an der Ingenieurschule beider Basel
    1983-1985 Hochbauzeichner in Zürich, Studiumsvorbereitung
    1979-1983 Lehre als Hochbauzeichner
    1963 geboren in Wigoltingen/TG
  • Raphael Frei
    dipl. Architekt ETH/BSA
    r.frei@poolarch.ch
    Raphael Frei
    seit 2013  Professur an der TU Berlin mit Mathias Heinz
    2010-2012 Gastdozent an der ETH Zürich
    seit 2007 Mitglied der Architektengruppe Krokodil
    2006 Aufnahme in den Bund Schweizer Architekten (BSA)
    seit 1998 Partner pool Architekten, Zürich
    1992-1996 Mitarbeit bei Gigon & Guyer, Zürich
    1992 Diplom ETH
    1985-1991 Architekturstudium ETH Zürich
    1965 geboren in Würenlingen/AG
  • Mathias Heinz
    dipl. Architekt ETH/BSA
    m.heinz@poolarch.ch
    Mathias Heinz
    seit 2013  Professur an der TU Berlin mit Raphael Frei
    2010-2012 Gastdozent an der ETH Zürich
    2010 Dozent an der zhaw Winterthur
    2009 Vorstand Architekturforum Zürich
    2006 Aufnahme in den Bund Schweizer Architekten (BSA)
    2000-2003 Freie Mitarbeit als Immobilienbewerter bei Wüest&Partner
    seit 1998 Partner pool Architekten, Zürich
    1998 Assistenz ETHZ, Gastdozent M.Morger
    1997-1998 Mitarbeit bei Alioth, Langlotz, Stalder + Buol, Zürich
    1993-1995 Mitarbeit bei  Romero Schäefle, Zürich
    1992 Diplom ETH
    1989 School of Architecture, Ahmedabad India
    1985-1992 Architekturstudium ETH Zürich
    1966 geboren in Basel
  • Philipp Hirtler
    dipl. Architekt ETH/BSA/SIA
    p.hirtler@poolarch.ch
    Philipp Hirtler
    2010-2012 Gastdozent an der ETH Zürich
    2010 Gastdozent an der Berner Fachhochschule in Burgdorf, Joint Master of Architecture
    2006-2007 Gastdozent an der Berner Fachhochschule in Burgdorf, Joint Master of Architecture
    2006 Aufnahme in den Bund Schweizer Architekten (BSA)
    seit 1998 Partner pool Architekten, Zürich
    1996-1997 Selbständige Tätigkeit
    1995-1996 Mitarbeit bei Steinmann & Schmid Architekten, Basel
    1994 Selbständige Tätigkeit und Mitarbeit bei smarch, Ursula Stücheli & Beat Mathys, Bern
    1993 Selbständige Tätigkeit und Mitarbeit bei Stalder & Buol Architektur GmbH, Zürich
    1993 Diplom ETH Zürich
    1986-1993 Architekturstudium ETH Zürich
    1966 geboren in Luzern
  • David Leuthold
    dipl. Architekt HTL/BSA/SIA
    d.leuthold@poolarch.ch
    David Leuthold
    2011-2012 Mitglied Innovationspool Amt für Städtebau der Stadt Zürich
    2010-2012 Gastdozent an der ETH Zürich
    seit 2010 Mitglied Ausschuss Berufsgruppe Architektur SIA
    2006-2007 Gastdozent an der Berner Fachhochschule in Burgdorf, Joint Master of Architecture
    2006 Aufnahme in den Bund Schweizer Architekten (BSA)
    2000-2002 Assistent ETHZ, Prof. A. Deplazes
    seit 1998 Partner pool Architekten, Zürich
    1996-1997 Selbständige Tätigkeit
    1993-1996 Mitarbeit bei Gigon & Guyer, Zürich
    1993 Diplom HTL
    1989-1993 Architekturstudium an der Ingenieurschule beider Basel
    1989 Hochbauzeichner bei Ahrends, Burton & Koralek, London
    1986-1988 Hochbauzeichner in Zürich
    1982-1986 Lehre als Hochbauzeichner
    1966 geboren in Oberrieden/ZH
  • Andreas Sonderegger
    dipl. Architekt ETH/BSA
    a.sonderegger@poolarch.ch
    Andreas Sonderegger
    seit 2011 Obmann BSA Zürich, Zentralvorstand BSA 
    2010-2012 Gastdozent an der ETH Zürich
    seit 2007 Mitglied der Architektengruppe Krokodil
    2006 Aufnahme in den Bund Schweizer Architekten (BSA)
    2001-2004 Dozent für Entwurf, Hochschule Liechtenstein
    seit 1998 Partner pool Architekten, Zürich
    1995-1998 Mitarbeit bei Gigon & Guyer, Zürich
    1994-1995 Studium Hochhausbau, IIT Chicago
    1992-1994 Mitarbeit bei Bétrix + Consolascio Architekten, Erlenbach
    1992 Diplom an der ETH Zürich
    1985-1992 Architekturstudium ETH Zürich
    1965 geboren in Olten
  • Mischa Spoerri
    dipl. Architekt ETH/BSA
    m.spoerri@poolarch.ch
    Mischa Spoerri
    2010-2012 Gastdozent an der ETH Zürich
    seit 2007 Mitglied der Architektengruppe Krokodil
    2006 Aufnahme in den Bund Schweizer Architekten (BSA)
    seit 1998 Partner pool Architekten, Zürich
    1997 Mitarbeit bei Georg Gisel, Zürich
    1995-1997 Mitarbeit bei Jakob Steib, Zürich
    1993-1994 Mitarbeit bei Dürig + Rämi, Zürich
    1992 Diplom ETH
    1985-1992 Architekturstudium ETH Zürich
    1964 geboren in Zürich
  • Matthias Stocker
    dipl. Architekt ETH/BSA
    m.stocker@poolarch.ch
    Matthias Stocker
    2010-2012 Gastdozent an der ETH Zürich
    2010 Gastdozent an der Berner Fachhochschule in Burgdorf, Joint Master of Architecture
    2006 Aufnahme in den Bund Schweizer Architekten (BSA)
    seit 1998 Partner pool Architekten, Zürich
    1993-1996 Mitarbeit bei Gigon & Guyer, Zürich
    1992-1993 Mitarbeit bei R. Harnist, Zürich
    1991-1992 Mitarbeit bei Bétrix + Consolascio, Erlenbach
    1991 Diplom ETH
    1989 Praktikum in Lille bei Jean-Charles Huet
    1985-1991 Architekturstudium ETH Zürich
    1964 geboren in Schönenwerd/SO

Associates

  • Floris Besserer
    dipl. Ing. Architektur TU
    f.besserer@poolarch.ch
       
    seit 2014 Associate pool Architekten
    seit 2008 Mitarbeit bei pool Architekten, Zürich
    2006-2008 Mitarbeit bei arc Architekten, Zürich
    2006 Diplom TU Darmstadt
    2002-2003 Architekturstudium ETH Zürich
    1998-2006 Architekturstudium TU Darmstadt
    1978 geboren in Leimen, Deutschland
  • Thomas Friberg
    dipl. Architekt ETH
    t.friberg@poolarch.ch
       
    seit 2014 Associate pool Architekten
    seit 2008 Mitarbeit bei pool Architekten, Zürich
    2006-2008 Mitarbeit bei David Chipperfield Architects, London
    2004-2006 Mitarbeit bei Kräuchi Architekten, Basel
    2003-2004 Mitarbeit im ETH Studio Basel
    2003 Diplom ETH Zürich
    1997-2003 Architekturstudium ETH Zürich
    1976 geboren in Schlieren/ZH
  • Martin Gutekunst
    dipl. Ing. Architekt
    m.gutekunst@poolarch.ch
       
    seit 2014 Associate pool Architekten
    seit 2009 Mitglied der Architektenkammer Baden-Württemberg
    seit 2007 Mitarbeit bei pool Architekten, Zürich
    2004-2007 Mitarbeit bei Möhn + Bouman Architekten, Rotterdam
    2004 Diplom Universität Stuttgart
    1997-2004 Architekturstudium Universität Stuttgart
    1974 geboren in Böblingen, Deutschland
  • Peter Wassmer
    dipl. Ing. Architektur / MAS ETH GPB
    p.wassmer@poolarch.ch
       
    seit 2014 Associate pool Architekten
    2012 MAS ETH GPB
    2010-2012 Masterstudiengang Gesamtprojektierung Bau ETH Zürich
    seit 2007 Mitarbeit bei pool Architekten, Zürich
    2003-2007 Mitarbeit bei Scherrer Valentin Architekten, Zürich
    2002 Diplom HFBK Hamburg
    1997-2002 Architekturstudium HFBK Hamburg
    1994-1997 Architekturstudium BTU Cottbus
    1974 geboren in Mannheim, Deutschland
portrait

von links nach rechts: David Leuthold, Andreas Sonderegger, Raphael Frei, Mischa Spoerri, Mathias Heinz, Philipp Hirtler, Dieter Bachmann, Matthias Stocker

Gedanken zu Situierung und Strategien von pool

von André Bideau

Kann es heute eine Ortsbindung von Architekten geben? Lässt sich aus dem Kontext, der ihre Praxis prägt, eine Berufsidentität ableiten? Der Radius von pool Architekten reicht schon länger über die Zürcher Stadtgrenzen hinaus. Zu ihren Aktivitäten gehören Bauprojekte, Studien und Planungen in der gesamten Deutschschweiz, und den anfänglich zentralen Wohnungsbau ergänzen mittlerweile andere Bauaufgaben. Ferner gehört pool zu den Mitinitiatoren der Glatttalstadt, dem Unterfangen der Gruppe Krokodil, den Blockaden eines obsolet gewordenen Stadt-Land-Denkens entgegenzuwirken und dabei das beschränkte Handeln in administrativ verwalteten Raumgefügen zu überwinden. Diese Ausdehnung der Kampfzone in die verstreuten Gemeinden der Zürcher Agglomeration und der Versuch, dort Identität zu destillieren, wären nicht denkbar ohne die städtischen Wurzeln von pool. So setzte ihre Auseinandersetzung mit Urbanisierungsprozessen in der Agglomeration, komplementär zu den in der Stadt Zürich bearbeiteten Projekten, ein.

Eine Folge des Wandels der fordistisch organisierten Industriegesellschaft zur postmodernen Dienstleistungs-­ und Wissensgesellschaft ist, dass Städte zum Gegenstand einer Flut von Definitionsbemühungen wurden. Die Sprache von Politikern, Stadtplanern und Projektentwicklern zeigt seit den neunziger Jahren eine Inflation von Begriffen wie Urbanität und Identität in der die Deckung mit Inhalten allerdings nicht mehr gewährleistet ist. Als Diskussionsplattform, als Genossenschaft, als Architekturbüro liesse sich pool als Produkt der in Zürich neu verhandelten, nachindustriellen Urbanität bezeichnen. Hier hat die Mehrheit der Büromitglieder studiert, und hier fand ihre Sozialisierung als Architekten statt.

Die Lehr- und Wanderjahre der Gründungsmitglieder fielen in eine Zeit, in der die räumlichen Hierarchen, ökonomischen Dispositive und die institutionellen Rahmenbedingungen neu definiert wurden und ein lokalpolitisches Malaise herrschte - ein Übergangsprozess, der sich durch die Rezession im Bausektor, planungsrechtliche Konflikte sowie personelle Kontroversen auszeichnete. Von wenigen Fachleuten bemerkt, standen damals die Handlungsfelder von Planung und Architektur zur Debatte. Anstelle des „klaren“ Schemas von Zentrum und Rand wurden Städte wie Zürich von immer dynamischeren Agglomerationen umgeben; zunehmend bestimmte die Einbindung in abstrakt und unberechenbar funktionierende Wertschöpfungsketten ihr Wohlbefinden.

Dass sich pool zu Beginn ausgerechnet über den Wohnungsbau positioniert hat, mag hier als ein Paradox erscheinen. Zuerst mit dem Vorwurf konfrontiert, ein Hauptverantwortlicher der Stadtzerstörung zu sein, schliesslich als Relikt einer verwaltbaren Modernisierung diskreditiert, war der Wohnungsbau in den achtziger Jahren aus dem Fahndungsraster der kommunalen Politik gefallen. Als die thematisch verarmte Bauaufgabe um 2000 wieder in den Fokus der Stadtentwicklung geriet, stellten pool sie ins Zentrum ihrer urbanen Recherche.

Welche Stadtvorstellung wurde dabei artikuliert? Kennzeichnend ist hier die Anverwandlung der Lochergut-Siedlung aus den sechziger Jahren in Aussersihl. In seiner brachialen Anonymität gehört das Lochergut zu den architektonischen Hinterlassenschaften des Wohlfahrtsstaats, die pool als identitätsstiftenden Kontext erkannt und bearbeitet haben. Sie loten im Rahmen von Sanierungen und Neubauten die für Zürich so charakteristische innere Peripherie mit ihren eigenen Zeichen und Typologien aus. Dabei profitieren sie von einem Genius loci, der im Gegensatz zum völlig verkrusteten Zentrum am Stadtrand städtebauliche Aneignungen zulässt. Schwamendingen, Altstetten, Affoltern oder Leimbach bieten diesbezüglich einen idealen Handlungsraum, weil sie einerseits weit „draussen“ liegen, anderseits ihre soziökonomischen Schwächen abgefedert wurden und grossstädtische Krisendynamiken vermieden werden konnten. Bevor alternde Grosssiedlungen ganze Kontexte ins Verderben stürzten, setzte man in Zürich auf Ersatzneubauten und Verdichtung.

Seine entscheidenden entwerferischen Spielräume verdankt der zeitgenössische Wohnungsbau in Zürich dem fehlenden gesellschaftlichen Leidensdruck. So liess sich ein unerschütterliches Verhältnis zum Einsatz architektonischer Mittel sowie zu deren struktureller Weiterentwicklung gewinnen - ein Klima, das Annette Spiro mit dem American Songbook verglichen hat: Grundriss­-Handwerk als Metier von talentierten Interpreten, die befähigt sind, eine Tradition mit immer wieder neuen Nuancen aufzuladen und zu vergegenwärtigen. Zu ihren privilegierten Arbeitsbedingungen trug der überschaubare metropolitane Massstab bei. Dabei überwanden pool, wie auch andere Altersgenossen, einen selbstreferenziellen Diskurs, der weniger von der Frage der Typologie als der Frage des atmosphärisch richtigen Bildes und seiner Materialität beherrscht wird. Ihre Lehrergeneration hatte im Bann von Rossis Citta Analoga und fernab von politisch-­gesellschaftlichen Fragen über autonome „Setzungen“ erfolgreich die eigene Autorenschaft konstruiert. Der Deutschschweizer Realismus spielt sich inzwischen als etablierte Signatur in einem veränderten Umfeld ab - gerade was die Beziehung zwischen Objekten und urbanem Kontext betrifft.

Im Wohnungsbau hat pool demonstriert, wie eine der wirtschaftlichen und städtebaupolitischen Vereinnahmung hochgradig ausgesetzte Aufgabe zum Terrain gebundener Innovation werden kann. Von einer inneren Kombinatorik angetrieben, offenbaren ihre Entwürfe einen Strukturalismus der Gitter, Aggregate und Konstellationen, der auf unterschiedliche Umgebungen einwirkt und von diesen wiederum konditioniert wird. Diese Wechselwirkung wird in einer zweiten Stufe durch Bilder, Motive und Tektoniken angereichert. Zwar mag die situative Strategie das vielstimmige Kollektiv von pool spiegeln, doch ist sie vor allem eine Taktik, die jenseits von Handschriften eine gelebte Urbanität entstehen lässt.